Austria - Perjentunnel - Straßentunnel

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Hochauflösende Dokumentation der Lüftungsschächte im Gleinalmtunnel

Die Lüftungsschächte des Gleinalmtunnel wurden im Auftrag der ASFINAG hochauflösend digital erfasst und bilden künftig eine fundierte Datengrundlage für Bauwerksprüfungen.

Der Gleinalmtunnel auf der Pyhrn Autobahn A9 zählt mit einer Länge von rund 8,3 Kilometern zu den wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen im österreichischen Autobahnnetz. Er unterquert die Gleinalpe in der Steiermark und stellt eine zentrale Verbindung zwischen dem obersteirischen und dem südsteirischen Raum her.

Die erste Tunnelröhre wurde zwischen 1973 und 1978 errichtet und 1978 für den Verkehr freigegeben. Aufgrund des stetig steigenden Verkehrsaufkommens sowie zur Erhöhung der Verkehrssicherheit wurde von 2013 bis 2017 eine zweite Röhre gebaut. Seit 2017 steht der Verkehr in beiden Röhren zur Verfügung, wodurch die Leistungsfähigkeit und das Sicherheitsniveau deutlich verbessert wurden.

Die Lüftungsschächte des Bauwerks

Der Gleinalmtunnel besitzt zwei Lüftungschächte, die eine kontrollierte Zu- und Abluftführung in die zentralen Tunnelabschnitte beider Röhren ermöglichen.

Im Regelbetrieb wird kontinuierlich Frischluft in den Fahrraum eingebracht, um Schadstoffe abzuführen und ein sicheres Tunnelklima zu gewährleisten. Im Brand- oder Notfall ermöglicht das Entrauchungssystem eine gezielte Rauchableitung. Dadurch werden Flucht- und Rettungswege raucharm gehalten und die Bedingungen für Einsatzkräfte maßgeblich verbessert.

Die Schächte sind jeweils baulich getrennt ausgeführt: Eine Hälfte dient der Frischluftzufuhr, die andere der Abluftführung. Diese funktionale Trennung gewährleistet eine effiziente und kontrollierte Luftströmung in allen Betriebszuständen und erhöht die Betriebssicherheit des gesamten Bauwerks.

Hochauflösende Dokumentation im Auftrag der ASFINAG

Die ASFINAG beauftragte Dibit mit der hochauflösenden Dokumentation der Schachtinnenseiten der beiden Lüftungsschächte mit je einer Tiefe von 379 m (Nord) und 290 m (Süd) und einem Durchmesser von 6,5 m. Ziel war es, den baulichen Zustand detailliert zu erfassen und eine präzise Grundlage für zukünftige Prüfungen zu schaffen.

Zum Einsatz kam das senkrecht auf einem speziell entwickelten Stativ aufgebaute Messsystem „Altira“. Mit mehreren, 360-Grad-rundum schauenden Kameras erfasst es die Schachtoberfläche vollflächig. In gleichmäßigen Intervallen in Bewegungsrichtung werden hochauflösende, durch ein integriertes Blitzsystem gleichmäßig ausgeleuchtete Bildaufnahmen erstellt.

Die Zu- und Abluftseite des Schachts wurden mit der „Altira“ separat vermessen. Die Kameraeinheit war dabei auf dem Dach der jeweils eingesetzten Aufzüge montiert.

Eine Messfahrt – sowohl aufwärts als auch abwärts – dauerte jeweils rund 30 Minuten. Der Scanprozess erfolgte während der Auf- und Abfahrt, sodass eine vollständige, lückenlose Erfassung der Oberflächen gewährleistet werden konnte.

Die gewonnenen Bilddaten wurden anschließend photogrammetrisch verarbeitet und georeferenziert.

Präzise Ergebnisse als Grundlage für zukünftige Bauwerksprüfungen

Als Ergebnis erhält die ASFINAG hochauflösende Orthofotoplots, auf denen Risse ab einer Breite von ≥ 0,3 Millimetern erkennbar sind. Prüfingenieure können auf Basis dieser Daten den baulichen Zustand, die strukturelle Integrität sowie mögliche Schadensentwicklungen gezielt analysieren.

Die digitale Dokumentation bildet zudem eine verlässliche Referenz für zukünftige Messungen. Veränderungen im Zeitverlauf lassen sich dadurch exakt nachvollziehen und bewerten – ein wesentlicher Beitrag zur langfristigen Sicherheit und Werterhaltung dieses bedeutenden Infrastrukturbaus.

Mit modernster Messtechnik wurde so ein Bauwerk dokumentiert, das täglich tausende Verkehrsteilnehmer sicher durch die Steiermark führt – und auch in Zukunft höchsten Sicherheitsstandards entsprechen soll.